Geschichte der Kösslmühle

Die Kösslmühle hatte früher die Adresse Traungasse 118, heute Kösslmühlgasse 7.
Ursprünglich hieß dieses Gebäude an der Traun „Mühle an der Achleiten“, später  „Bürgerspitalmühle“ und „Spitalmühle“. Erbaut wurde die Mühle 1354. Sie diente als Mühle für das benachbarte Bürgerspital, denn seit diesem Jahr war sie im Besitz des Bürgerspitals; ab 1365 des Frauenklosters in Traunkirchen, ab 1658 der Jesuiten in Traunkirchen, der Stadt Gmunden und eines Pflegers der Seeauschen Herrschaft Württing u.v.a.m.
Die Bezeichnung Kösslmühle stammt aus dem 17. Jahrhundert. Ihren Namen erhielt sie von  der Familie Khößl, die das Objekt von 1594 bis 1658 besaß. Von 1766 bis 1893 befand es sich im Besitz der Familie Kemmetmüller. 1894 gehörte sie der Stadt. 1895 erwarb sie Josef Greimelmayr. Dieser errichtet darin eine Kunstmühle. Diese besaß ab 1897 Franz Narbeshuber und ab 1914 Johann Schamberger. Vorübergehend war im Erdgeschoß des Gebäudes ein Ladeneinbau der Firma Lebensmittelgroßhandlung Wenger untergebracht. 1935 erwarb die OKA auf öffentlicher Versteigerung von Fritz Wenger diesen Besitz. Der Wirtschatzbetrieb übernahm das Objekt mit allen Bausünden, die verständnislosere Generationen früher daran begangen hatten. Die folgenden Jahre politischer, kriegerischer und wirtschaftlicher Wirren erlaubten kaum, an eine architektonische Verschönerung des verschandelten alten Hauses zu denken.
Zur Förderung der Schönen Künste, vor allem des Bauwesens, fühlten sich in zunehmendem Maße im 20. Jahrhundert anstelle adeliger Mäzene neben Bund, Ländern und Gemeinden auch Wirtschaftsunternehmungen berufen. So entschloss sich 1954 die OKA dazu, dieses Objekt einer größeren Renovierung zu unterziehen. Die Renovierung leitete der denkmalpflegerisch erfahrene und bewährte Architekt Franz König. Im Verlaufe der Wiederherstellung wurde die Südfassade durch Architekt König völlig neu gestaltet: Inschrift, Fahnenloch, das Blindfenster und der verwitterte Putz wurden entfernt und ein Rieselputz aufgetragen. Die Bekrönung bildete nun eine aus Zinkblech handgetriebene Wetterfahne ortüblicher Form als Empirevase mit drachenförmigem Windfähnchen. In der Höhe zwischen dem 1. und dem 2. Stock wurde die Fassade durch Einfügen eines in der Fläche liegenden unterschnittenen Kordongesimses unterteilt und die Eckfaschen den Proportionen angepaßt. Endlich wurde unter den renovierten Torbogen eine neue aufgedoppelte Holztür mit handgeschmiedeten Schutzgittern und Oberlichtgittern eingesetzt. Sie wird von zwei handgetriebenen und geschmiedeten Laternen flankiert. Bei Entfernung des alten Putzes unter dem mitten in der Fassade gelegenen Blindfenster erlebten die Neugestalter eine freudige Überraschung: Fragmente eines Sonnenuhrfreskos aus der Mitte des 17. Jahrhunderts kamen zutage. Der schlechte Erhaltungszustand wegen der wetterausgesetzten Lage hat aber keine Konservierung und Ergänzung der zu zwei Drittel zerstörten Fläche erlaubt. Deshalb wurden die Reste naturgetreu auf Karton kopiert und diese Zeichnung durch Einfügen zweier Wappen einstiger Besitzer - des Mühlwangers und der  Stadt Gmunden - ergänzt. In mehrschichtigem farbigem, dem Original angepaßten Sgraffito übertrug Architekt König dann die Sonnenuhr und grenzte sie durch eine der Stilperiode  angepaßten Kartusche gegenüber dem Rieselputz ab.
Seit Jahrzehnten ist die ehemalige Mühle wieder in Privatbesitz.

So berichtete die OKA-Hauszeitung 1956 über die Geschichte und die Restaurierung der Kösslmühle: